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Der Islam
"O Gläubige, eßt die guten Dinge, die euch
zur Verfügung gestellt wurden und dankt Gott, wenn ihr
ihn tatsächlich verehrt!"
(Koran, Sure 5, Vers 1)
Obwohl der Islam als jüngste der großen Weltreligionen
keine tatsächliche vegetarische Tradition aufweist, ist
bemerkenswert, daß in Mekka, dem Geburtsort Mohammeds,
kein Geschöpf geschlachtet werden darf, damit dort Harmonie
zwischen allen Lebewesen herrschen kann. Auffallend ist auch,
daß die Pilger auf ihrem Weg nach Mekka es sogar vermeiden,
selbst die "unbedeutendsten" Insekten zu töten
(siehe Koran 9.1)
Wie in anderen religiösen Bewegungen ist auch im Islam
der Gründer - Mohammed - viel strikter im Befolgen spiritueller
Prinzipien als seine Nachfolger. Aus seinen Biographien geht
eine unverkennbare Liebe zu Tieren hervor. Er verbot, daß
Vögel als Ziele für Jäger verwendet wurden,
Kamele mißhandelt wurden und verlangte, daß diejenigen,
die Fisch oder Fleisch zu essen pflegten, vor dem Beten ihren
Mund gründlich reinigen mußten.
Warum erlaubte Mohammed dann überhaupt, Fleisch zu essen?
Die Antwort ist ähnlich wie beim Judentum: Seine Lehre
stützte sich vor allem auf das Alte Testament, und so
machte auch er der Situation entsprechende Konzessionen.
Die arabischen Völker pflegten mehrere Götter zu
verehren, Bigamie und Berauschung waren genauso normal wie
Sex zwischen Söhnen und deren Müttern.
"Ich erhielt zwei Arten von Wissen: Eine habe ich gelehrt,
aber wenn ich sie auch das andere gelehrt hätte, wäre
es zuviel für ihre Kehle gewesen"
Von Mohammeds persönlichen Eßgewohnheiten wird
berichtet, daß er am liebsten Milch, Joghurt, Gerstenbrot,
Butter, Nüsse, Datteln und gurken aß. Seine Lieblingsfrüchte
waren Granatäpfel, Trauben, Feigen und Datteln.
"O Gläubige, eßt die guten Dinge, die euch
zur Verfügung gestellt wurden und dankt Gott, wenn ihr
ihn tatsächlich verehrt. Gott hat euch nur das verboten,
was von selbst stirbt, Blut und Schweinefleisch und das, bei
dessen Schlachtung eines anderen als Allahs Name angerufen
worden war, und Ersticktes und Erschlagenes oder durch Fall
zu Tode Gestürztes oder das durch die Hörner eines
anderen Tieres getötete und das von wilden Tieren Zerrissene,
..." (Koran, Sure 5, Verse 1-4)
Konsequente Gesetze?
Obwohl Tiere nur in Ausnahmefällen geschlachtet werden
durften und das nur unter Anrufung Allahs, sehen die heutigen
malikitischen Rechtsgelehrten diese Anweisung schon etwas
liberaler.
"Wir wissen, daß importiertes Fleisch wie z.B.
Hühnerfleisch oder Rindfleisch in Dosen, das von den
Leuten der Schrift (Christen) kommt, für uns erlaubt
(halal)ist, selbst wenn das Tier mit Elektroschocks
oder auf ähnliche Weise getötet wurde."
Die einzige Möglichkeit gemäß dem Koran,
verbotene Dinge zu essen, ist im Notfall, um zu überleben,
dann gilt es nicht als sündhaft.
Jusuf al-Quaradawi (Autor von "Erlaubtes und Verbotenes
im Islam") äußert sich bezüglich Medikamenten,
die Substanzen verbotener Nahrung (haram)enthalten,
dahingehend, daß die Einnahme nur im äußersten
Notfall erlaubt ist, und fügt hinzu, daß es nach
seiner Erfahrung und auch der Meinung von Fachärzten
"kaum eine medizinische Notwendigkeit gibt, die das Einnehmen
von haram, wie Medikamenten, erforderlich macht".
Es gibt also fast immer eine alternative Möglichkeit
- gibt es da nicht auch eine Alternative zum Essen von Fleisch,
das wohl viel seltener lebensnotwendig ist als die Einnahme
bestimmter Medikamente?
Verständnis und Mitgefühl
Im allgemeinen ermutigt der Koran seine Anhänger, gesunde
und nahrhafte Speisen zu sich zu nehmen.
al-Ghazzali (Philisoph, 1058-1111) schreibt "Das Essen
von Kuhfleisch verursacht Krankheit, ihre Milch Gesundheit,
und ihre geklärte Butter ist Medizin. Mitfühlendes
Essen führt zu einem mitfühlenden Leben."
Eine Sufi-Heilige, Hazrat Rabia Basri, ging regelmäßig
zu einem Berg, um zu meditieren. Dabei war sie häufig
von Waldtieren umringt, die ihre Gesellschaft mochten. Als
eines Tages ein anderer Sufi sie besuchte, rannten die Tiere
davon. Auf die Frage des Sufi, warum die Tiere so außer
sich waren, fragte Rabia zurück "Was hast Du heute
gegessen?" Der Sufi gab zu, daß er in Tierfett
gebratene Zwiebeln gegessen hatte. Da erklärte Rabia:
"Du ißt ihr Fett! Warum sollten sie dann nicht
aus Furcht vor Dir fliehen?"
Konzessionen und regulierter Fleischkonsum
In der islamischen Welt sind Tieropfer üblich, die dem
jüdischen Schächten ähneln. Während der
kalimah (in Indien: Kali Ma, die Halbgöttin, zu der diejenigen
Fleisch opfern dürfen, die als unverbesserliche Fleischesser
betrachtet werden), wird das Tier auf ähnliche Weise
getötet, mit dem Unterschied, daß der Schlächter
dem Tier dabei in die Augen sehen muß, bis es seinen
Körper verläßt - mit dem Gedanken, daß
dieser Anblick das Herz des Schlächters verändern
soll.
Durch diese Konzessionen soll durch verschiedene Rituale
das Schlachten quantitiav reduziert weren.
Auch beziehen sich alle Einschränkungen im Koran bezüglich
Ernährung auf Fleischprodukte, für Vegetarier ist
es kein Problem, sich an alle diätischen Gesetze des
Koran zu halten.
Eine weitere Erklärung für die verschiedenen Konzessionen
ist die, daß es vor Mohammed üblich war, verschiedenen
Göttern Fleischopfer darzubringen. Mohammed gelang es
zwar, die Menschen vom Götzendienst zum Dienst an Allah
zu bewegen, doch blieb die Geisteshaltung vieler seiner Anhänger
die gleiche und es kam zum Töten im Namen Allahs, anstelle
im Namen eines Götzen.
Die Handlung des unnötigen Tötens hat sich also
in keiner Weise verändert.
aus dem sahih von al-Buchari:
Einige Leute, die kürzlich Muslime geworden waren, sagten
zum Propheten: 'Die Leute bringen uns Fleisch, und wir wissen
nicht, ob sie Allahs Namen darüber gesprochen haben oder
nicht. Sollen wir davon essen oder nicht?'
Der Prophet antwortete: 'Nennt Allahs Namen, und dann eßt.'
Diese Empfehlung des Propheten mag einem zu verstehen geben,
daß dies für sehr sündhafte Menschen noch
das beste in ihrer Situation sein mag - die einzige Möglichkeit
der Reinigung für sie besteht im Aussprechen des Namen
Gottes, die Handlung selbst sind schwer oder gar nicht zu
ändern.
"Der Sinn der islamischen Regeln für das Schlachten
besteht darin, dem Tier auf schnellste und schmerzloseste
Weise das Leben zu nehmen. Hierzu dienen die Bedingungen,
einen scharfen Gegenstand zu benutzen und die Kehle durchzutrennen.
Es ist verboten, die Kehle mit Zähnen oder Nägeln
zu durchreißen, weil das dem Tier Schmerzen verursacht
und auch zum Ersticken führen kann. Der Prophet empfahl,
das Messer zu schräfen und das Tier zu beruhigen ...."
Diese Stelle weist darauf hin, daß der Prophet zu Leuten
sprach, deren Angewohnheit es war, Tierkehlen mit Zähnen
und Nägeln zu durchreißen und Tieren extreme Schmerzen
zuzufügen. Was kann man solchen Menschen schon empfehlen?
Kann man sie über höhere spirituelle Ziele unterrichten?
Oder muß man schon froh sein, daß sie nicht wie
die Leute in der vorislamischen Zeit lebenden Kamelen die
Höcker oder Schafen die Schwänze und Ohren wegschneiden,
um sie zu essen?
Verlorengegangene Barmherzigkeit
Im Gegensatz zu diesen grausamen Gewohnheiten sind die wiederholten
Hinweise des Korans auf Mitleid und Barmherzigkeit sehr auffällig.
Der am häufigsten für Allah gebrauchte Name im Koran
ist al-Rahim (der All-Mitleidsvolle), der nächsthäufige
ist al-Raham (der All-Barmherzige).
Warum nehmen sich dann so wenige die vorbildliche Barmherzigkeit
Allahes zu Herzen? Warum ist es so schwierig, Mohammed zu
folgen?
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