BSE - News/Berichte
31.05.2002
BSE möglicherweise in Geflügelfleisch
Wissenschaftler der Irish Food Safety Authority (FSAI) haben in
Hühnerbrustfilets Rinder-Proteine gefunden, berichtet das renommierte
Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe. Die
Forscher befürchten, dass das infektiöse Prion-Protein, das zu BSE
führen kann, auch im Hühnerfleisch vorkommen kann. Untersuchungen
an Hühnerfilets wurde aufgrund von Berichten der UK Food Standards
Agency seit Dezember 2001 durchgeführt. Damals waren nicht deklarierte
Schweine-Proteine in Hühnerteilen aus Belgien und Holland gefunden
worden.
Die FSAI konnte nun in 26 Prozent der Hühnerfilets auch nicht deklarierte
hydrolysierte Kollagene nachweisen. Nach genaueren Analysen fanden
die Lebensmitteluntersucher in 17 von 30 Fällen entweder Schweine-oder
Rinder-Proteine oder sogar beide. Bis jetzt konnten die Behörden
aber nicht nachvollziehen, wie die Rinder-Proteine in die Hühnerfilets
gelangen konnten.
Nach der aktuellen Lebensmittelgesetzeslage ist es nicht verboten
dem Hühnerfleisch zusätzliche Proteine zuzufügen. Diese stammen
zumeist aus alten Tieren, deren Fleisch nicht mehr verwendet werden
kann oder aus Teilen wie Haut und Knochen. Diese Prozesse können
aber Prionen, die infizierten Proteine, die zu BSE führen, nicht
zerstören. Gestern, Donnerstag, wurde von der britischen Food Standards
Agency ein Antrag eingebracht, dass die EU jene 15 Prozent der Würste
verbietet, die Schaf-Innereien enthalten. Grund dafür: es gebe eine
kleine Chance einer BSE-Infizierung.
(Quelle: PTA)
09.12.2001
Erster BSE-Fall in Österreich: 70 Monate altes Rind verseucht
Wien (APA) -
"Wir haben den ersten BSE-Fall eines österreichischen Rindes in
einem österreichischen Betrieb", erklärte Gesundheitsminister Herbert
Haupt (F) Samstag Abend bei einer Pressekonferenz in Wien. Es handle
sich um ein 70 Monate altes Fleckvieh aus dem nördlichen Niederösterreich.
Heute wurde die Staatsanwalt in die Untersuchungen eingeschaltet.
"Von dem BSE-Fall ist ein typischer mittelständischer österreichischer
Milch- und Fleischbetrieb mit 50 bis 70 Stück Vieh betroffen", so
Haupt. Der Hof bleibe weiterhin gesperrt. In der ersten Hektik nach
den positiven Tests hatte es auch eine kleine Panne gegeben. Das
kontaminierte Tier war einem anderen Hof zugeordnet worden.
Eigentlich habe man laut Haupt von der "statistischen Wahrscheinlichkeit"
her gerechnet, "erst in einem halben bis dreiviertel Jahr dranzukommen".
Die Vorsicht und damit verbunden die genauen Kontrollen des Schlachtviehs
hätten sich aber bezahlt gemacht. Die Zahl der Tests auf Stichproben
zu reduzieren, wie im Juli von der EU erlaubt, käme für ihn nicht
in Betracht.
Für die Konsumenten gab der Minister Entwarnung. Es sei sichergestellt,
dass alle gleichzeitig mit dem infizierten Rind geschlachteten Tiere
unter Verschluss sind. "Die österreichischen Konsumenten können
sicher sein, sichere österreichische Nahrungsmittel am Teller zu
finden
." Wie es zu der Infektion gekommen ist, sei noch nicht geklärt,
betonte Haupt. Vom illegalen Futtermittelimport bis zu verseuchten
Impfstoffen sei alles möglich. Genaue Blut-, Futter- und Genkontrollen
könnten darüber Aufschluss geben. Da auch strafrechtliche Tatbestände
vorliegen könnten, wurde vom Ministerium heute um 10.00 Uhr auch
die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Nach Abschluss der Untersuchungen
werden die Tiere des betroffenen Bauernhofes getötet, so Haupt.
Der Bauer, der weiterhin anonym bleiben soll, wird nach dem Tierseuchengesetz
entschädigt.
(Quelle: täglich alles)
17.03.2001
Neue BSE-Fälle in Frankreich In Frankreich sind drei neue Fälle
des Rinderwahnsinns BSE festgestellt worden. Die infizierten Rinder
seien in Departements im Nordwesten und Norden des Landes entdeckt
worden, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Damit sind seit
Jahresbeginn 42 und seit dem Auftreten von Rinderwahnsinn in Frankreich
vor zehn Jahren 284 Fälle bekannt geworden. Nach Angaben des Ministeriums
haben bisher mehr als 340.000 Rinder BSE-Tests in den Schlachthöfen
durchlaufen.(pw)
(Quelle: täglich alles)
14.03.2001
Zinkmangel durch BSE-Angst Seitdem die BSE-Diskussion entfacht ist,
meiden viele Menschen Rindfleisch. Verständlich. Allerdings kann
der Verzicht zu einer mangelnden Zinkversorgung führen. Denn Rindfleisch
ist eine der Hauptquellen für das Spurenelement. Schon jetzt leidet
fast jeder zweite unter einem Mangel, so das Ergebnis der internationalen
Zinkkonferenz in Stockholm. Besonders gefährdet sind Sportler, Diabetiker
und Menschen, die viel Alkohol trinken oder an einer chronischen
Magen-Darm-Erkrankung leiden. Einen höheren Bedarf haben auch Schwangere
und Stillende. Tip: Fisch, Geflügel und Vollkornprodukte
enthalten ebenfalls Zink.
(Quelle: täglich alles)
Fleischlos glücklich - So steigen Sie um (ab) -
Für viele ist die BSE-Krise Grund genug, auf Fleisch zu verzichten.
Doch ein Großteil hat noch Bedenken, ob ein Verzicht auf Fleisch
auch der richtige Weg ist. Mehr als 60 Prozent der Konsumenten fürchten
Nährstoffmangel und fehlende Power als Folge rein pflanzlicher Ernährung.
Dazu erklärt der Ernährungswissenschaftler Professor Claus Leitzmann,
Vollkorn, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse seien ein adäquater Ersatz
für Fleisch. Zwar ist tierisches Eiweiß besser vom Körper verwertbar
als pflanzliches. "Aber eine optimale Kombination pflanzlicher Eiweiße
ist genauso gut", versichert Ernährungsberaterin Sabine Buschmann.
Wer außerdem weiterhin Eier und Milchprodukte verzehre, hat laut
Prof.Leitzmann "ausschließlich Vorteile". Das gelte auch für Lacto-
Vegetarier, die auf Eier verzichteten, nicht aber auf Milch. Erst
recht unbedenklich sei es, wenn Fisch auf dem Speiseplan steht.
In einer Forsa-Umfrage für die Zeitschrift "Für Sie" erklärte jedoch
jede zweite Befragte (43 Prozent), sie befürchte bei einer Umstellung
einen Riesenaufwand bei Einkauf und Zubereitung sowie jede Menge
Extrakosten. Dazu die Experten: wer mit unkomplizierten Gerichten
wie Gemüsepfanne mit Vollkornreis oder Nudeln mit Tomaten- Linsen-Soße
startet, wird schnell feststellen, wie einfach die Umstellung gelingt.
Mit vegetarischen Spezialprodukten aus Naturkostläden und Reformhäusern
kann man seinen Speiseplan später erweitern und aufpeppen. Teurer
seien Naturkostprodukte in der Regel schon. Allerdings: Das Weglassen
von Fleisch spart auch Geld. "Billiges Fleisch" sei im übrigen durch
die BSE-Krise diskreditiert. Fast jede dritte Frau (29 Prozent)
befürchtet, daß kulinarisch lausige Zeiten anbrechen, wenn es kein
Fleisch mehr gibt. Fleischessern fehlt oft die Fantasie in Sachen
Pflanzenkost. Wer die Devise Vollwert- statt Fertigkost beherzigt,
braucht auch nicht mit knurrendem Magen herumzulaufen. Vollwertkost
muß allerdings besonders stark gekaut werden, erklärt Ernährungsexpertin
Helga Danner. Das Sättigungsgefühl wird dadurch wahrgenommen, bevor
der Magen überladen ist und es hält länger an".
(Quelle: täglich alles)
19.02.2001
BSE-Krise: Fischler sieht "riesige Katastrophe" EU-Agrarkommissar
Franz Fischler bezeichnet die gegenwärtige BSE-Krise als "riesige
Katastrophe". Die Lage sei angesichts des anhaltenden Mißtrauens
der Konsumenten und der sich schnell aufbauenden Rindfleischüberschüsse
"dramatisch". Die österreichischen Politiker forderte Fischler in
der ORF- "Pressestunde" am Sonntag auf, sich die "technischen Details"
im BSE- Notfallprogramm der Kommission "anzuschauen": Im so genannten
Sieben- Punkte-Programm fänden sich Maßnahmen, die für das "Viehaufzuchtgebiet
in den Alpen fast ein Geschenk" seien. Fischler bezog sich damit
auf die von der Kommission geplante Prämienanhebung für Kalbinnen,
die noch nicht geboren haben ("Färsinnen"). Darüber hinaus gelte
für Österreich - wie für alle anderen EU-Staaten - das Angebot der
Kofinanzierung für die Einlagerung/Vernichtung des überschüssigen
Rindfleisches sowie der von der EU geleistete Anteil für die Finanzierung
der BSE-Tests. Fischler betonte, daß in der gegenwärtigen Situation
die Wiedergewinnung des Konsumentenvertrauens von zentraler Wichtigkeit
sei. Dazu gehöre in der Informationspolitik "volle Transparenz"
und "null Geheimhaltung". Außerdem müsse "stärker als bisher betont
werden: Welche Maßnahmen schaffen Sicherheit?", meinte der Agrarkommissar.
Durch die Tests für alle über 30 Monate alten Rinder und die Entfernung
der Risikomaterialien könne man "mit Fug und Recht" sagen, das Fleisch
sei "sicherer als zuvor".
(Quelle: täglich alles)
16.02.2001
BSE - Hysterie? Ethik? Die Katastrophe ist gigantisch: Eineinhalb
bis zwei Millionen Kühe, Ochsen und Stiere sollen geschlachtet und
verbrannt oder ihr Fleisch eingefroren werden. Denn die Leute kaufen
und essen kein Rindfleisch mehr: Hinter jedem Schnitzel, Tafelspitz
oder Schulterscherzl sehen sie den Sensenmann stehen. Also ist der
"Rindfleischmarkt" zusammengebrochen und der - wirtschaftliche -
Sensenmann steht jetzt hinter den Bauern. Im Brüsseler Bürokratenstadel,
wo man jahrzehntelang zugesehen hat, wie die Futtermittelindustrie
Futter aus Kadaverfleisch produzierte, das dann das Rindvieh in
den Wahnsinn trieb, sieht man nun nur einen einzigen Ausweg: Schmeißen
wir das Rindfleisch weg! Und diese Parole beruhigt das rindfleischverweigernde
Volk freilich nicht, sondern verunsichert es noch weiter. Da wäre
Aufklärung schon sinnvoller: Hunderttausende Österreicher fliegen
im kommenden Sommer bedenkenlos in den Urlaub - obwohl ein Flugzeugabsturz
wahrscheinlicher ist, als eine Erkrankung an Creutzfeld-Jacob nach
dem Verzehr BSE-verseuchten Fleisches. Vier Millionen Bürger unseres
Landes sind heute mit Autos unterwegs, und zwei davon (oder mehr)
werden heute bei Unfällen sterben: 980 waren es hierzulande im letzten
Jahr - und europaweit sogar 40.000. Kein Raucher wirft seine Zigarette
weg, obwohl längst bekannt ist, daß jeder vierte irgendwann am inhalierten
Rauch stirbt. Keiner läßt sein "Vierterl" am Heurigen-Tisch stehen,
obwohl wir wissen, daß der Wein - unmäßig genossen - die Menschenleber
zerfrißt. Diesen Hunderttausenden Flugzeug-, Straßenverkehrs-, Zigaretten-,
Alkohol- und sonstigen Suchtgifttoten steht in Österreich in den
letzten Jahrzehnten kein einziges BSE-Todesopfer gegenüber: Aber
die Leute fliegen, fahren Auto, rauchen und saufen; aber was das
Rindfleisch angeht, reagieren sie hysterisch und verweigern diesbezüglich
die Nahrungsaufnahme. Da wäre es - um den Rindfleischmarkt wieder
auf Touren zu bringen - doch eher an der EU, den Leuten zu sagen,
daß das Fleisch von der Kuh, vom Ochsen und vom Stier inzwischen
streng kontrolliert und daher unbedenklich ist. Aber nein, das fällt
den Brüsseler Bürokraten nicht ein. Zu Recht wird also von vielen
Seiten gegen die EU- Rindfleischvernichtungsaktion protestiert -
und vor allem gegen das gigantische Rindvieh-Krematorium. Aber die
von vielen - vor allem von den Grünen - vorgebrachte Begründung,
wonach diese Vorgangsweise jeder "Ethik" zuwider laufe, klingt recht
seltsam: Denn für das Rind ist es wohl egal, ob es nach der Schlachtung
etwa als Gulasch wieder Auferstehung feiert, zu Hunde- oder Katzenfutter
verwurstet wird oder in Flammen aufgeht. Und wenn der Ruf nach der
"Ethik" vor allem aus dem Lager der Linksfortschrittlichen erschallt,
darf man schon die Frage stellen, wie diese es denn beispielsweise
in Sachen "Abtreibung" mit der auf den Menschen bezogenen "Ethik"
halten und warum sie nicht auf die Barrikaden gehen, wenn man hierzulande
Alte und Schwache in desolate Pflegeheime stopft oder zu Hause verrecken
läßt - wo man sie dann mitunter erst Monate nach ihrem Tod verwest
in ihren Wohnungen findet. Die Vorgangsweise der EU hat mit "Ethik"
rein gar nichts zu tun, sondern bloß mit grenzenloser Blödheit.
Wie ja vieles, was sich Politiker und Bürokraten im Brüsseler Privilegienstadel
ausdenken.
(Quelle: täglich alles)
12.02.2001
Bisher 17.000 BSE-Tests Alle Proben negativ In Österreich wurden
seit Anfang Jänner mehr als 17.000 BSE-Tests an Rindern über 30
Monaten vorgenommen, davon rund 2.200 in Niederösterreich. Alle
Proben waren negativ. Dies gab Landesrat Josef Plank am Sonntag
bekannt. Die Tests werden, wie vorgesehen, bis mindestens Ende des
Jahres fortgeführt. "Sie sollen auch dazu beitragen, daß die Konsumenten
wieder Vertrauen zum heimischen Rindfleisch finden. Wir setzen alles
daran, in Zukunft die Transparenz vom Stall bis zur Ladentheke zu
gewährleisten. Der Konsument muß wissen, was er einkauft." Weiters
wurde im Zusammenhang mit den BSE- Maßnahmen des Landes Niederösterreich
bei der Tiermehlfutter-Rückholaktion die Meldefrist für Bestände
um eine Woche verlängert. Es dürften aber weit weniger Mengen anfallen,
als ursprünglich angenommen: nämlich um die 400 Tonnen statt 2.000
Tonnen. Plank optimistisch: "Das spricht für die Disziplin der Landwirte.
Offensichtlich wurde nicht so viel Tiermehl verfüttert wie vermutet."
(Quelle: täglich alles)
09.02.2001
BSE: Forderung nach "Agrarwende" Deutschlands grüne Landwirtschaftsministerin
Künast sieht derzeit keine Alternative zu der angekündigten Rinder-
Massentötung. 400.000 Tier sollen geeschlachtet werden. Kosten:
5,4 Milliarden Schilling. Gleichzeitig forderte sie eine radikale
"Agrarwende" mit mehr nationalem Spielraum in der EU. "Die BSE-Krise
hat uns alle aus dem Alltagstrott der Massenproduktion herausgerissen",
erklärte Künast. Sie will das Prämiensystem umbauen und die Förderung
an Flächen koppeln.
(Quelle: täglich alles)
06.02.2001
BSE-Tests: Konsumenten sollen zahlen Kommen die Konsumenten also
doch zum Handkuß? Die Landwirtschaftskammern haben die Erhöhung
des Mehrwertsteuersatzes auf Nahrungsmittel von derzeit zehn auf
elf Prozent vorgeschlagen. Damit soll noch die ungeklärte Finanzierung
von Tiermehlentsorgung und BSE-Test sichergestellt werden. Das würde
rund drei Milliarden Schilling bringen. Man könne auch Alternativen
zur Steuererhöhung diskutieren, "aber wenn die Gesellschaft höhere
Lebensmittelstandards will, muß das jemand bezahlen. Die Bauern
können es nicht", sagte Kammerpräsident Schwarzböck.
(Quelle: täglich alles)
30.01.2001
BSE-Test: Bereits ab 24 Monate? Krisensitzung der EU-Agrarminister:
Tiermehlverbot, der Ausschluß weiteren Risikomaterials aus der Nahrungskette
und die BSE-Schnelltests standen auf der Tagesordnung eines Treffens
in Brüssel. Die neue deutsche Landwirtschaftsministerin Renate Künast
rechnete dabei mit einer Senkung des BSE-Testalters für Schlachtrinder
auf 24 Monate. Sie stellte einen entsprechenden Antrag. In Deutschland
war am Wochenende zum zweiten Mal bei einem 28 Monate alten Rind
die BSE-Krankheit entdeckt worden. Tests sind bisher EU-weit erst
für Rinder über 30 Monate vorgeschrieben. Künast kündigte weiters
an, daß sie sich zudem für ein dauerhaftes Verbot von Tiermehl als
Futtermittel einsetzen wird. Auch Landwirtschaftsminister Molterer
sagte Unterstützung zu. Auch gilt es, weiteres Risikomaterial aus
der Nahrungskette zu nehmen. Hauptaugenmerk gilt dabei der Wirbelsäule
des Rindes, damit auch dem T-Bone-Steak. Künast sieht angesichts
der stark gesunkenen Rindfleischpreise in Europa nur wenig Chancen,
die Tötung von rund 400.000 älteren Rindern in Deutschland zu vermeiden.
EU-weit könnten zur Entlastung des Rindfleischmarktes nach Schätzungen
rund zwei Millionen Rinder vernichtet werden.
(Quelle: täglich alles)
26.01.2001
BSE-Deutschland: Erste Massenschlachtung Die Horrormeldungen aus
dem Nachbarland reißen nicht ab. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt
es jetzt den ersten BSE- Verdachtsfall. Aus Bayern wurde ein weiterer
gemeldet. Insgesamt gibt es bislang 19 bestätigte BSE-Fälle in Deutschland.
Und: im Zuge der BSE-Krise kommt es am Samstag zur ersten großen
Massenschlachtung. 1.000 Rinder sollen in Sachsen getötet werden.
Durch eine Injektion, dann werden die Kadaver verbrannt. Der betroffene
Bauer muß für die Kosten aufkommen.
(Quelle: täglich alles)
19.01.2001
Zoologe hat neue Theorie zu BSE
Ein Insektizid, das Rindern über den Rücken geschüttet wird, könnte
die Ursache sein
Kiel/Flensburg - Die Rinderseuche BSE könnte nach Überzeugung des
Kieler Zoologen Sievert Lorenzen durch ein in England verwendetes
Insektizid verursacht werden. Ein gegen die Rinder-Dasselfliege
eingesetztes Mittel stehe im Verdacht, sagte der Kieler Wissenschaftler
dem "Flensburger Tageblatt". Das Insektizid werde den Rindern über
den Rücken geschüttet und wirke direkt im Rückenmark, dem zentralen
Nervensystem. Das Nervengift führe bei Rindern auch zu Hirnerweichung,
sagte Lorenzen der Zeitung. Der Zoologe schließt Tiermehl als Infektionsquelle
für BSE aus, ist aber überzeugt, dass die Milchaustauscher für Kälber
zur Verbreitung der Seuche beigetragen haben. (APA/dpa)
(Quelle: der standard)
17.01.2001
Entwarnung: Tiroler Kuh hatte kein BSE Aufatmen in Österreich: Die
Kuh aus dem Tiroler Außerfern, bei der nach einem Schnelltest BSE-Verdacht
bestand, ist von der Rinderseuche doch nicht befallen. Das ergab
ein Gegentest an der Tübinger Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen
in Deutschland. Österreich bleibt damit weiterhin BSE-frei.
Die Sperre des seither unter Quarantäne stehenden Bauernhofes soll
jetzt aufgehoben werden.
Kurz davor wurde bekannt, daß in einer Futtermittelprobe aus dem
Tiroler Außerfern nun doch Tiermehl entdeckt wurde. Und zwar auf
einem Nachbarbauernhof jenes Betriebes, aus dem die zunächst unter
BSE-Verdacht gestandene Kuh stammte. Das verunreinigte Futtermittel
kommt aus Bayern. Der betroffene Bauer verweist auf eine Bestätigung
des Herstellers, in der versichert wurde, daß kein Tiermehl im Futter
sei. Der deutsche Betrieb dürfte die Ware offenbar falsch deklariert
haben. Das Tierfutter enthält nach dem Bundesamt für Agrarbiologie
in Linz jedenfalls tierische Bestandteile. Die gefundenen Knochenreste
seien mikroskopisch gerade noch erfaßbar, hieß es.
Weniger Glück hatte Italien: Experten des Tiermedizinischen Institutes
in Turin bestätigten erste positive BSE- Schnelltests an einer sechsjährigen
Milchkuh aus dem Raum Brescia.
(Quelle: täglich alles)
15.01.2001
Hat Österreich seinen ersten BSE-Fall? Bei einem aus unserem Land
stammenden Rind gibt es jedenfalls erstmals einen konkreten Verdacht.
Ein in Tirol aufgezogenes Tier wurde in Deutschland positiv getestet.
Der erste BSE-Test erbrachte in Deutschland ein “nicht eindeutig
negatives” Ergebnis. Die Gegenprobe wird an der Universität Tübingen
durchgeführt.
Sozialminister Herbert Haupt (FPÖ) ordnete umgehend die Aktivierung
des BSE-Krisenplans an. Sollte der Tübinger Test positiv ausfallen,
müssen alle Tiere auf dem Hof des Tiroler Bauern geschlachtet werden.
Nach Auskunft des für den Veterinärbereich in Tirol zuständigen
Landeshauptmannstellvertreters Ferdinand Eberle wurde der landwirtschaftliche
Betrieb, aus dem die Kuh stammt, umgehend gesperrt. ”Hoffnung” auf
falsches Ergebnis
Der Sprecher des Ministers wies auf ein möglicherweise entscheidendes
Faktum hin: “Der Schnelltest an dem Tier erfolgte mit einem Test
aus jener Charge, die in den vergangenen beiden Wochen in Deutschland
zu 64 falsch positiven Untersuchungsergebnissen geführt hat.” Es
könnte also durchaus sein, daß auch in dem Fall der Tiroler Kuh
ein objektiv falsches Resultat vorliege.
Jetzt geht's nicht nur mehr um die Wurst. Auch die Milch gerät
ins Visier der BSE-Forscher. Die britische Behörde für Lebensmittelsicherheit
will untersuchen, ob Rinderwahnsinn auch durch Milch übertagen werden
kann. Die britischen Forscher sind der Ansicht, daß frühere Testserien
aus dem Jahr 1995 möglicherweise fehlerhaft gewesen seien. Malcolm
Ferguson-Smith, Genetiker an der renommierten Universität von Cambridge,
zeigte sich erstaunt, daß diese Forschungen nicht früher unternommen
wurden. Denn 1995 wurde Kuhmilch Mäusen zu trinken gegeben oder
injiziert. Daraus wurde dann geschlossen, daß BSE durch Milch nicht
übertragbar sei. Für Ferguson- Smith sind die Ergebnisse aber nicht
aussagekräftig, weil die Artenbarriere ein zu großes Hindernis sei.
Tests mit an Kälber verabreichter Milch wären "tausend Mal vernünftiger
gewesen". Die neuen Testreihen werden vermutlich drei Jahre dauern,
das ist die Inkubationszeit von BSE bei Rindern. Bisher, so die
britische Lebensmittelbehörde, sei unklar, wie BSE auf Kälber übertragen
werde. Einen konkreten Hinweis, daß das durch Milch geschehe, gebe
es aber noch nicht.
14.01.2001
Noch gibt es "nur" 13 BSE-Fälle in Deutschland, nachdem in Schleswig-Holstein
erstmals zwei BSE-Fälle in einer Herde nachgewiesen wurden. Zwar
ist jeder Fall einer zu viel, aber die Krise ist noch weit davon
entfernt, britische Ausmaße anzunehmen, wo es vor wenigen Jahren
mehr als 170.000 an Rinderwahn erkrankte Tiere gab. EU- Verbraucherschutzkommissar
David Byrne fürchtet eine Ausweitung von BSE in Deutschland und
Verhältnisse wie bei der Epidemie in Großbritannien. Byrne in der
"Bild am Sonntag": "BSE-Fälle bei so jungen Tieren sind bisher nur
im Vereinigten Königreich festgestellt worden, als die BSE-Inzidenz
auf Grund unzureichender Schutzmaßnahmen auf epidemische Ausmaße
anstieg und große Mengen kontaminierter Futtermittel im Umlauf waren."
Der Vergleich mit Großbritannien alarmierte indes die Experten im
Landwirtschaftsministerium noch weiter: "Damit könnte alles, was
wir jetzt wissen, nur die Spitze des Eisbergs sein".
Unterdess tauchte am Samstag der erste BSE- Verdachtsfall in Italien
auf. Laut Gesundheitsministerium in Rom stammt die betroffene Milchkuh
aus einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe von Brescia.
Die Kuh sei am 11. Jänner geschlachtet worden und über 30 Monate
alt gewesen. Das endgültige Ergebnis wird nach weiteren Labor-Tests
am Dienstag erwartet. Gesundheitsminister Umberto Veronesi sagte,
es gebe keinen Grund zur Panik. Landwirtschaftsminister Alfonso
Pecoraro forderte dagegen eine Ausweitung der Tests. Italien importiere
viele Rinder. Auch die betroffene Kuh soll importiert worden sein.
13.01.2001
Im deutschen Mecklenburg- Vorpommern gibt es jetzt ebenfalls einen
ersten BSE- Fall. Der Verdacht auf Rinderwahn bei einer Kuh hat
sich bei einer Überprüfung in der Untersuchungsanstalt in Tübingen
bestätigt. Damit ist BSE in Deutschland inzwischen bei zwölf Rindern
nachgewiesen. Die deutsche Regierung bereitet nun eine gesetzliche
Regelung für die Tötung von ganzen Rinderbeständen bei einem BSE-Fall
in einer Herde vor. Danach sollen bundesweit alle Rinder auf einem
Hof getötet werden, wenn auch nur ein Tier von BSE befallen wurde.
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