Gesund
durch richtige Ernährung von
Dr.
M. O. Bruker
Dr. M. O. Bruker (1909-2001)
Jahrgang 1909
Arzt für Innere Medizin
60 Jahre ärztlich tätig, 45 Jahre als Leiter biologischer
Krankenhäuser |
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Gesundheit | Krankheitsursachen
| Ernährungslehre | Krankmacher
| Fett | Eiweiß
| Tips/Frischkornbrei
Krankmachende Nahrungsmittel
Krank durch falsche Nahrung
Krank wird man durch falsche Nahrung. Man hört unentwegt,
daß die Menschen einfach durch zuviel Essen krank würden.
Gegen diese Annahme spricht alleine die einfache Überlegung,
daß die Menschen schon immer gerne gegessen haben. Dazu haben
wir von der Natur den Hunger und den Appetit bekommen. Es
ist grotesk anzunehmen, daß die Menschen der zivilisierten
Völker erst vor kurzem die Freude am Essen entdeckt haben
und nun plötzlich alle zuviel essen. Nein, die Menschen haben
schon immer gerne ihre Urtriebe Hunger, Durst und Sexualität
gestillt. Dies ist keine neue Entdeckung und kann deshalb
auch nicht an Krankheiten schuld sein. Der Unterschied gegenüber
früher ist lediglich der, daß es heute möglich ist, durch
industrielle Verarbeitung Nährstoffkonzentrate herzustellen,
die es bisher nie gab. Sie sind schuld an diesen Krankheiten,
nicht die Menge des Essens.
1. Auszugsmehle
Neben den zahlreichen Fabrikzuckerarten sind die Auszugsmehle
die hauptsächlichen Ursachen für die ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten.
Unter Auszugsmehlen versteht man Mehle, bei denen man vor
dem eigentlichen Mahlvorgang die Randschichten und der Keim
vom Getreidekorn entfernt werden. Auszugsmehl vom Roggen heißt
Graumehl, Auszugsmehl vom Weizen Weißmehl. Diesen Mehlen fehlen
wichtige Vitalstoffe, vor allen das Viamin B1, das bei der
Beseitigung der Randschichten und des Keims mit entfernt wird.

Ursprünglich wurde jedes Mehl aus dem ganzen Getreidekorn
hergestellt, gleichgültig, ob dies Weizen, Roggen, Hafer,
Gerste oder Hirse war. Da der Keim ölhaltig ist, ist ein solches
Vollkornmehl nicht haltbar; es wird ranzig. Es schien daher
ein großer technischer Fortschritt zu sein, daß man endlich
Mehle herstellen konnte, die nicht mehr die Randschichten,
sondern nur noch den Stärkekern enthalten und deshalb unbegrenzt
haltbar sind. Erst später, als die Bedeutung der dabei verlorengehenden
Vitalstoffe allmählich erkannt wurde, ließen sich viele Krankheiten
erklären, deren eigentliche Ursachen lange nicht erkannt waren.
Der Hauptgrund lag darin, daß es Jahrzehnte dauert, bis eine
Krankheit sich soweit entwickelt hat, daß sie Beschwerden
hervorruft. Dieser lange Zeitraum verschleiert den Zusammenhang
zwischen Ursache und Wirkung.
2. Fabrikzuckerarten
Unter Fabrikzuckerarten versteht man alle industriell hergestellten
Zuckerarten: weißer Zucker, brauner Zucker, Fruchtzucker,
Traubenzucker, Milchzucker, Malzzucker, sogenannter Vollrohrzucker,
Sucanat, Ur-Süße, Ur-Zucker, Rapadura, Sirup, Apfeldicksaft,
Birnendicksaft, Ahornsirup, Melasse, Frutilose, Gerstenmalz,
Maltodextrin u.a.m. Alle diese Fabrikzuckerarten sind reine,
künstliche Konzentrate, frei von Vitalstoffen. Man nennt sie
auch leere Kalorien. Auszugsmehle und Fabrikzuckerarten werden
als raffinierte Kohlenhydrate zusammengefaßt. Heute wissen
wir, daß der Vitalstoffmangel dieser raffinierten Kohlenhydrate
die Hauptursache der bereits erwähnten Krankheiten ist. Man
kann diese deshalb auch als chronische Vitalstoffmangelkrankheiten
bezeichnen.
3. Fabrikfette
Damit sind Fette gemeint, die durch Raffinationsprozesse
gewonnen werden, z.B. Öle, die nicht mehr kalt gepreßt sind,
sondern durch chemische Extraktion (Auszug von Stoffen) hergestellt
wurden. Um aus Ölen streichfähige Fette, Margarinen, herzustellen,
sind Hydrierungsprozesse notwendig, bei denen die fettlöslichen
Vitamine zerstört und die ungesättigten Fettsäuren gesättigt
werden, also ihre Eigenschaft als biologische Wirkstoffe verlieren.
Wer über die Herstellungsweise der Fabrikfette ausführlich
informiert werden möchte, sollte mein Buch "Cholesterin -
der lebensnotwenige Stoff" (emu-Verlag, Lahnstein) lesen.
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