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von Dr. M.O. Bruker

Zucker, Zucker
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Allergien müssen nicht sein
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Gesund durch richtige Ernährung von Dr. M. O. Bruker

Dr. M. O. Bruker (1909-2001)
Jahrgang 1909
Arzt für Innere Medizin
60 Jahre ärztlich tätig, 45 Jahre als Leiter biologischer Krankenhäuser

Gesundheit | Krankheitsursachen | Ernährungslehre | Krankmacher | Fett | Eiweiß | Tips/Frischkornbrei

Alte und Neue Ernährungslehre - Maßstab für die richtige Zusammenstellung der Nahrung

Die alte Ernährungslehre ist schuld an den ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten. Im 19. Jahrhundert wußte man zum Glück noch nichts von den Kalorien sowie dem Eiweiß, Fett und den Kohlenhydraten. Die Menschen waren gesund, weil sie nur das essen konnten, was der Bauer erzeugte. Dann entwickelte sich eine Ernährungslehre. Man ging dazu über, alle Nahrungsmittel chemisch auf ihre einzelne Bestandteile zu untersuchen. Dabei ergab sich, daß diese nur aus drei Grundnährstoffen bestehen: Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. Andere Nährstoffe gab es nicht. Eine solche rein chemische Betrachtungsweise ist schuld daran, daß es zu dem heutigen katastrophen Gesundheitsverfall gekommen ist. Diese überholte Ernährungslehre besagte, daß ein Mensch vollwertig ernährt wäre, wenn er genügend Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate esse, und zwar soviel, daß der Brennwert in Kalorien etwa 3000 - 4000 (=12360 - 16640 Joule) ausmache, je nach Energieverbrauch des einzelnen.

Schon frühzeitig erkannte man, daß außer den drei Grundnährstoffen noch Mineralien wie Kalium, Calcium, Natrium, Eisen, Magnesium, usw. nötig waren. Und als schließlich die ersten Vitamine entdeckt wurden, hätte eigentlich die alte Ernährungslehre ihre Gültigkeit verlieren müssen. Sie konnte nicht mehr Maßstab für die richtige Auswahl der einzelnen Nahrungsmittel sein. Den Grund für die neue zeitgemäße Ernährungslehre hat der Schweizer Arzt Bircher-Benner gelegt. Von dem großen Ernährungsforscher Prof. Kollath wurde sie wissenschaftlich untermauert. Dananch bemißt man den Wert einer Nahrung nicht mehr nach ihrem Gehalt an Kalorien und Nährstoffen, sondern nach ihrer Lebendigkeit und Natürlichkeit. Wer natürliche Lebensmittel genießt, braucht sich nicht mehr um Kalorien und den Gehalt an Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten zu kümmern. Es hat sich nämlich ergeben, daß in der naturbelassenen Nahrung nicht nur alle Nährstoffe, sondern auch, was viel wichtiger ist, biologische Wirkstoffe enthalten sind, die für die Verwertung der Nahrung notwenig sind. Heute faßt man diese Stoffe mit dem Begriff Vitalstoffe zusammen. Man versteht darunter Vitamine, bei denen man wasserlösliche und fettlösliche unterscheidet, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme (in lebenden Zellen gebildete Stoffe - Fermente), ungesättigte Fettsäuren, Aromastoffe und Faserstoffe (sog. Ballaststoffe). Nur wenn diese Vitalstoffe in einem richtigen Verhältnis in der Nahrung mit enthalten sind, ist die Nahrung vollwertig und volle Gesundheit möglich. Die Vitalstoffe, die in ursprünglichen Lebensmitteln noch enthalten sind, werden durch menschliche Eingriffe verändert, geschädigt bzw. zerstört. Diese Denaturierung geschieht durch Erhitzung, Konservierung und Präparierung. Demnach ordnet man die Nahrungsmittel nicht mehr nach ihrem Gehalt an Kalorien und Nährstoffen, sondern nach ihrer biologischen Wertigkeit.

Der Unterschied zwischen Lebensmittel und Nahrungsmittel

Man teilt die Nahrung heute ein in Lebensmittel und Nahrungsmittel. Lebensmittel sind noch lebendig und für die Gesunderhaltung unentbehrlich. Nahrungsmittel dagegen sind mehr oder weniger "tot", sie reichen für die Gesunderhaltung nicht aus.

 

 

 

Zu den Lebensmitteln zählen: unerhitztes Gemüse, rohes Obst, rohes Getreide, rohe Milch, Butter, sogenannte kaltgepreßte Öle. Zu den Nahrungsmitteln gehören: gekochtes Gemüse, gekochtes Obst, gekochtes und gebratenes Fleisch, pasteurisierte Milch, Brot, Gebäcke. Am wertvollsten für die menschliche Ernährung sind die ganz natürlichen Lebensmittel, die unverändert genossen werden können wie frisches Obst, rohes Gemüse, Frischkorngerichte, rohe Milch, Quellwasser. Die nächste Gruppe sind die mechanisch veränderten Lebensmittel. Dazu gehören Schrot aus Getreide, Gemüse- und Obstsäfte, kaltgepreßte Öle, Sahne, Butter. Die dritte Gruppe sind die sogenannten fermentativ veränderten Lebensmittel wie Gärgemüse (Sauerkraut, Gärsäfte), Quark und Käse aus Rohmilch.

Auch unter Nahrungsmitteln, die nicht mehr lebendig sind, kann man verschiedene Stufen unterscheiden. Die erste Gruppe sind die durch Hitze veränderten Nahrungsmittel, also alle gekochten und gebratenen Speisen, sei es Obst, Gemüse, Kartoffeln oder Getreidegerichte, Fleisch; auch das Brot gehört hierher. Die nächst schlechtere Gruppe sind die durch Konservierung veränderten Nahrungsmittel. Dazu gehören nicht nur die üblichen Gemüse-, Fleisch- und Milchkonserven, sondern auch Dauerbackwaren.

Am minderwertigsten sind die Nahrungsmittel aus der dritten Gruppe, die sogenannten Präparate. Prof. Kollath, der diese "Ordnung unserer Nahrung" (Titel seines Buches) nach ihrem biologischen Wert aufgestellt hat, meint dazu, daß eigentlich diese Präparate nur in ein Labor, nicht aber auf eine Liste von Nahrungsmitteln gehören, die zum Essen bestimmt sind. Unter Präparaten versteht man alle in der Fabrik hergestellten, rein chemischen Stoffe wie Fabrikzucker, Auszugsmehlprodukte und Fabrikfette. Durch die industrielle Bearbeitung ursprünglicher Lebensmittel entstehen minderwertige Nahrungsmittel, die nicht mehr die notwendigen Vitalstoffe in ausreichender Menge und im richtigen Verhältnis enthalten. Neuerdings haben wir es mit noch minderwertigerer Nahrung als den in Spalte 6 aufgeführten Präparaten zu tun, nämlich mit Imitaten und genmanipulierten Produkten.

Die Herstellung von Fabrikpräparaten ist die logische Folge der alten Ernährungslehre, die meinte, es sei besonders wichtig, daß der Mensch viel Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate zu sich nehme. So wurden eben solche Nahrungsmittel, die die Nährstoffe in konzentrierter Form enthalten, für besonders wichtig angesehen. Dies führte dazu, daß eine mächtige Nahrungsmittelindustrie entstand, die eben solche konzentrierten, aber vitalstoffarmen Präparate herstellt. Durch den Mangel an Vitalstoffen können aber die konzentrierten Nährstoffe im menschlichen Körper nicht richtig verwertet werden. So entstehen die zahlreichen oben genannten ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten, die es vor rund hundert Jahren kaum gab. Wer sich heute ernähren würde wie ein Bauer vor hundert Jahren, könnte keine ernährungsbedingte Zivilisationskrankheit bekommen.

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